
Ein Vortrag von Andreas Wendowski-Schünemann
Den Ahnen einen würdigen Ort – Altes und Neues zu Grabhügeln in Cuxhaven
13. Oktober 2026, 19:00 Uhr
Während viele archäologische Fundplätze nicht sichtbar sind und daher oft nur durch Zufall aufgedeckt werden, ist das bei ur- und frühgeschichtlichen Grabhügeln anders. Sie dominieren die Landschaft durch ihre Größe und bilden oft sichtbare Landmarken. Das es sich bei den Hügeln um Bestattungsplätze handelt, wusste man an der Elbemündung schon seit langer Zeit. Grabhügel waren aber nicht nur Bestattungsorte, sondern ebenso auch integraler Bestandteil früherer Siedlungsgefüge, bestehend aus Haus, Hof und Ackerflächen, wie neuere archäologische Untersuchungen zeigen konnten.
So fand man bei vielen aktuelleren Grabhügelgrabung nicht nur Pflugspuren unter den Hügeln, sondern auch Gebäudereste vormals dort stehender Häuser. Damit steht fest, dass die Grabhügel als Ruhestätte der Familienmitglieder vielfach in Sichtweite der Häuser, Höfe und Ackerflächen errichtet wurden. Sie waren platzkonstant, während die Häuser und Ackerflächen immer wieder verlegt wurden, diese quasi im Abstand zu den Hügeln wanderten.
Von den weit über 200 Grabhügeln, die hier an der Elbemündung um 1800 noch gestanden haben – ursprünglich wird ihre Anzahl erheblich höher gewesen sein – sind kaum noch Hügel vollständig oder nahezu vollständig erhalten. Alle zeigen Beschädigungen, manche mehr, andere weniger große Eingrabungen, vor allem in der Hügelmitte. Man war nicht nur an den archäologischen Funden interessiert, sondern und vor allem an Feldsteinen und Findlingen, das heißt den großen, mitunter tonnenschweren Felsblöcken. Sie wurden im 18. und 19. Jahrhundert für den Chausseebau gebraucht, hier in Cuxhaven vor allem für den Küstenschutz. So mancher Findling gelangte dabei in die Böschung der Uferkanten oder fand Verwendung beim Buhnenbau.
Nicht nur hier, sondern auch in anderen niedersächsischen Regionen wurden ganze Denkmallandschaften damit für immer zerstört und der Rohstoff Grabhügel dauerhaft vernichtet. Ein zunehmendes Interesse an der Heimatforschung seit Mitte des 19. Jahrhunderts führte schließlich auch in Cuxhaven zu ersten archäologischen Erkundungen an den Grabhügeln. Allerdings sind wir über wichtigen Fragen zum Hügelaufbau und dem Verlauf von Erdschichten, die deutliche Hinweise über eine lange Nutzungszeit der Hügel geben können, kaum unterrichtet. Selbst Beobachtungen und Dokumentationen zu den einzelnen Gräbern in den Hügeln sind oft nur wage oder fehlen vollständig. Heute liegen zwar archäologische Funde aus den Cuxhavener Grabhügeln vor, ihre kulturelle Einbindung in den regionalen und überregionalen Raum ist jedoch eingeschränkt, da Informationen zu den Grabhügeln meist fehlen. Und selbst dort, wo wir den Fundort sicher bestimmen können, sind Begleitumstände vielfach nicht beizubringen.
Neuere Untersuchungen einiger Grabhügel, die die Stadtarchäologie im Zusammenhang mit verschiedenen Forschungsgrabungen in jüngerer Zeit durchgeführt hatte, lassen ein klareres Bild der Denkmale Grabhügel erkennen. Einige dieser neuen Ergebnisse wird der ehemalige Cuxhavener Stadtarchäologe Andreas Wendowski-Schünemann in seinem Vortrag am 13. Oktober 2026 um 19:00 Uhr vorstellen. Er wird über die Cuxhavener Grabhügel insgesamt sprechen und über Altgrabungen aus den Anfängen archäologischer Untersuchungen berichten. Ausgehend von den überlieferten Funden und den aktuell gewonnenen Ergebnissen der neuen Grabungen sollen einige Aspekte der Cuxhavener Kulturgeschichte dabei neu bewertet werden.
Einlass ist ab 18:30 Uhr.
Kosten: 4,- €, Mitglieder des Fördervereins 3,50 €

